Es gibt eine Version von Karottenkuchen in der deutschen Backtradition, die nichts mit den Frischkäse-glasierten Türmen aus amerikanischen Bäckereien zu tun hat. Er ist leichter, nussiger, und kommt ganz ohne Mehl aus — nur gemahlene Haselnüsse und Paniermehl halten alles zusammen.
Der Trick liegt in den Eiern. Man schlägt die Eigelbe mit Zucker, bis sie blass und dick sind, schlägt das Eiweiß separat steif wie Wolken, und hebt dann alles behutsam zusammen. Die Möhren kommen roh hinein, fein gerieben, und backen zu etwas fast unmöglich Saftigem.
Das ist das Rezept, das ich im Spätwinter heraushole, wenn ich etwas will, das nach Aufwand schmeckt, aber eigentlich keiner war. Eine Springform, eine Stunde passives Backofenwarten und eine Wolke Puderzucker. Das war’s.
Ergibt: 1 Kuchen (8–10 Stücke) • Zeit: 80 Minuten