Das ist der Kuchen, der jeden Frühling auftaucht, sobald man Rhabarber auf dem Markt entdeckt. Da gibt es keine Diskussion, kein „was sollen wir backen?“ — der Rhabarber kommt und der Kuchen folgt wie das Amen in der Kirche.
Das ist eine Zwei-Akt-Produktion. Zuerst backt man einen buttrigen Rührteig-Boden, dann häuft man den herben Rhabarber drauf und deckt das Ganze mit einer dicken, süßen Baisermasse ab, verfeinert mit gemahlenen Mandeln und Zitronensaft. Zurück in den Ofen für nochmal zwanzig Minuten, bis das Baiser oben gold und knusprig ist, aber innen noch weich wie ein Marshmallow.
Der Kontrast macht es aus — der weiche, gehaltvolle Kuchen, der scharfe Rhabarber, der durch die ganze Süße schneidet, und das Baiser, das alles zusammenhält wie das schönste Dach der Welt. In meinem Notizbuch steht er in zwei Spalten, Deutsch und Englisch — das sagt alles darüber, wie oft er gemacht wird.
Ergibt: 1 Kuchen (26 cm Springform) • Vorbereitung: 30 Min. • Backen: 25 + 20 Min.